Als ich (Lisa) mich währende meiner Tätigkeit als Teamleader Controlling entschieden hatte, eine Business Coaching Ausbildung zu machen, habe ich noch nicht geahnt, wie sehr diese Entscheidung meine Arbeit beeinflussen wird. Hiermit meine ich nicht die riesige Veränderung durch die Gründung unseres Startups (das kam später), oder die Art wie ich Controlling betrieb, sondern den Einfluss der Coaching-Kenntnisse auf meine Tätigkeit als Teamleader, so dass ich wirklich ein Coach werden kann.

Die systemische, konstruktivistische Weltsicht, die ich als Coach lernen durfte, hat mir mehrere Aha-Effekte in meiner Funktion als Führungskraft bereitet. Unter dem Titel „Teamlead goes Coach“ werde ich euch ein BEST OFF dieser Geschichten aus meinem sich wandelnden Führungsleben erzählen. Wer sich weiter informieren möchte, kann das gerne hier tun.

Antworten durch Fragen ersetzen

Eine der ersten Lektionen, die man in der Ausbildung als Coach immer wieder herauf und herunter dekliniert ist das Fragenstellen. Es gibt Skalierungsfragen, zirkuläre Fragen, ….. Alle dienen dazu, das Gegenüber zu unterstützen seine*ihre Lösung selbst zu finden. Daher ist es sehr gut möglich eine komplette Coaching-Einheit nur damit zu verbringen Fragen zu stellen. Keine komplizierten Tools, einfach Fragen.

Klingt einfach und ist höchst effektiv. Die Schwierigkeit an dieser Art des Arbeitens besteht maßgeblich darin, durchgehend beim Gegenüber und damit beim Mitarbeiter zu bleiben. Auch im Alltag der Führungskraft als Coach ist diese Vorgehensweise entscheidend. Glaube nicht dass du schon alles weißt, rechne lieber damit nie wirklich genug zu wissen. Frage nach, dann wird dein Bild von einer Sache auf jeden Fall vollständiger.

Der Mitarbeiter kapiert es einfach nicht…

Wenn der Mitarbeiter nicht lernt, liegt es nicht daran, dass er oder sie keinen Bock hat, sondern, weil es einen anderen Weg bedarf, um mit diesem Mitarbeiter zu arbeiten. Ich habe früher oft gedacht, warum hört er oder sie denn nicht zu, oder schreibt es sich nicht auf, kein Wunder, dass er oder sie nicht lernt. Als ich dann aber begriffen hatte, dass ich einfach noch nicht die richtige „Sprache“ gesprochen habe, habe ich vor einer „Lerneinheit“ immer gefragt. Wie lernst du am besten? Willst du am PC sitzen und klicken oder lieber erstmal zuschauen? Sollen wir täglich eine Stunde zusammensitzen oder lieber alles in einem Rutsch.

Fragt eure Mitarbeiter, wie sie am besten lernen. Das spart dir, wie auch dem Mitarbeiter Nerven 😉 Sollte er oder sie dies nicht wissen, ist es eure Gelegenheit die*den Mitarbeiter*in dahingehend zu entwickeln und zu tage zu bringen, was er im Verborgenen höchstwahrscheinlich bereits weiß.

Jeder lebt in seiner eigenen Welt

Ich werde nie vollständig verstehen können, was in meinem Mitarbeitern vorgeht und habe daher auch nicht mehr den Anspruch, dies zu müssen. Ich wähle daher, meine Mitarbeiter zu involvieren bzw. selbst seine*ihre Lösungen zu finden anstatt irgendetwas zu raten, was ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht weiterhilft. Jeder Mensch hat seine eigene Vorstellung einer Wirklichkeit und lebt mir dieser Vorstellung und vielen zugehörigen Glaubenssätzen in dieser Welt. Es lohnt, sich Menschen mit diesem Fakt vertraut zu machen – das wird ihnen auch helfen, andere Menschen besser zu verstehen bzw. einfach auch stehenzulassen. Nimm dir als Coach dieses Prinzip zu Herzen und versuche, anderen zu helfen, sich selbst in ihrer eigenen Wirklichkeit zu helfen.

Work-Live-Bullshit! Sei ein Coach

Es gibt keine Trennung von Arbeit und Privatleben. Eine professionelle Distanz insbesondere zum privaten Themen habe ich ad acta gelegt. Arbeit und Privat beeinflussen sich maßgeblich. Ich gehe behutsam mit meinem Nachfragen immer soweit, wie es der Mitarbeiter zulässt. Zu oft lag der Grund eines unaufmerksamen Mitarbeiters z.B. in einem zahnenden Baby. Dabei verständnisvoll zu sein und ehrlich nachzufragen, was gerade los ist, ist entscheidend für eine Führungskraft als Coach. Wie würdest du selbst behandelt werden wollen?

Ein Coach hat sich „Under Control“

Ich muss mich als Coach soweit unter Kontrolle haben, sodass ich eigene Themen heraushalten und bei meinem Mitarbeitern bleiben kann. Denn jeder lebt in seiner eigenen Welt und es ist sehr unwahrscheinlich, dass man mit seinem Thema, das des Mitarbeiters trifft.

Stell dir vor, ein Mitarbeiter kommt total aufgelöst in dein Büro und erzählt dir, dass er den ganzen Morgen damit verbracht hat, eine Betreuung für sein Kind zu organisieren, da der Kleine mit leichten Schnupfen nicht in der Kita angenommen wurde und die Großeltern gerade verreist waren. Wenn du dann als Führungskraft in das Gespräch einsteigst und sagst: „Oh man, das Problem kenn ich, letzte Woche…“ Dann ist es plötzlich schon direkt vorbei mit deiner Empathie.

Du kannst dir vorstellen, dass mit deiner Geschichte dem Mitarbeiter wenig geholfen wurde, er wollte gerade über sich erzählen, seine Sorgen teilen nicht andersherum. Mit einem solchen Verhalten wählst du Sympathie vor Empathie und baust sogar Distanz auf, weil sich der Mitarbeiter das nächste mal zweimal überlegen wird, ob er zu dir kommt, um sein Leid zu klagen.

Weniger ist mehr

Wenn ich Fragen stelle und zuhöre, macht das Führen so viel mehr Spaß, entlastet mich und ist sogar effektiver. Das glaubst du nicht? Hier ein Beispiel. Im Coaching ist es so, je weniger man auf eine Session als Coach vorbereitet ist, um so besser, da man neutral und unbeeinflusst in den Austausch geht. Viele meiner Entwicklungsgespräche habe ich früher akribisch vorbereitet und habe mir sehr detailliert Gedanken über die Ziele gemacht. Dann habe ich angefangen in diesen Gesprächen Fragen zu stellen und das Reden meinem Mitarbeiter zu überlassen. Meine Aufgabe war es dabei, ganz genau zuzuhören und herauszufinden, wohin es gehen soll, was ihn*sie reizt und begeistert. Und falls jetzt Zweifel aufkommen bezüglich Vereinbarkeit mit den Firmen Zielen, ja man kann durch Fragen auch lenken und man kann auch bestimmte Themen einfordern, aber den Mitarbeiter wählen lassen, wie er*sie diese Themen bespielen will.

In diesem Stil habe ich einige Meetings geführt, durch Fragen und meinen Aufmerksamkeit Entwicklungen hervorgerufen, die man nicht planen kann. Also weniger planen und mehr Aufmerksamkeit bei den Mitarbeitern im Meeting. Klingt doch gar nicht so schlecht.

Ich hoffe, diese kleine Kompilation meiner persönlichen Erfahrungen hat euch geholfen. Ich wollte euch zeigen, wie man es schaffen kann, eine Führungskraft zu sein, die heute und vor allem morgen mit den Anforderungen an Führung einer Generation Z zurechtkommt.

Lasst uns gerne einen Kommentar da oder liked uns auf den verschiedenen sozialen Medien. Wir freuen uns, mit euch in den Austausch zu treten. Außerdem hier noch die herzliche Einladung, Teil unseres Leader’s Paradise zu werden. Schau doch mal vorbei.

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