Eine schwache Unternehmenskultur tut weh

Die Unternehmenskultur kann den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens positiv beeinflussen, haben Wissenschaftler nachgewiesen. Dies ist allerdings nur mit klaren und vorgelebten Werten und Normen im Unternehmen möglich. Die Unternehmenskultur beeinflusst damit also nicht nur das Wohlbefinden der einzelnen Mitarbeiter. Zum einen fördert ein gutes Arbeitsklima die Produktivität, zum anderen minimiert eine erfolgreiche Retention direkt die Kosten für Recruiting und Onboarding. Umgekehrt tut eine schwache Unternehmenskultur auch auf dieser Ebene weh und kann viel Geld kosten.

Aufgrund dieser ökonomischen Vorteile ist es die Aufgabe des Managements und oft auch von Human Ressources die Unternehmenskultur zu steuern und zu verbessern. Nicht zuletzt strahlt eine positiv wahrgenommene Unternehmenskultur auch nach Außen und ist Bestandteil eines authentischen Employer Brandings.

 

Unternehmenskultur – Definition und Geschichte

Schon in den 1920er Jahren entstanden im Rahmen der Human-Relations-Bewegung Programme zur „Pflege menschlicher Beziehungen“. Darunter verstanden die Initiatoren zum Beispiel Wochenendtreffen der Manager aus der mittleren Führungsebene und ihrer Angehörigen, Abendveranstaltungen und regelmäßige Treffen der Belegschaft. Wo ein derart geselliges und positives Miteinander im Unternehmen gepflegt wurde, sprach man schlicht vom „guten Betriebsklima“.

Seither haben sich viele Wissenschaftler und Berater mit der Unternehmens- beziehungsweise Organisationskultur beschäftigt – allerdings vorwiegend dann, wenn Unternehmen mit externen Krisen konfrontiert wurden.

Der amerikanische Managementprofessor William G. Ouchi untersuchte jahrelang die Unterschiede zwischen japanischen und amerikanischen Unternehmen. Er beschrieb 1981 in seinem Buch „Theory Z: How American Management Can Meet the Japanese Challenge“, wie Mitarbeiter von sich aus eine hohe Arbeitsdisziplin und Kooperationsbereitschaft zeigen, sobald die Führungskultur auf Vertrauen beruht.

Beide Autoren schufen mit ihren Werken Bestseller, das Thema Kultur wurde zur Managementmode. Viele Autoren gingen damals davon aus, dass es eine homogene Unternehmenskultur gab. Der niederländische Wissenschaftler Geert Hofstede ergänzte dieses Bild, als er Anfang der 80er Jahre die Ergebnisse seiner monumentalen Untersuchungen veröffentlichte. Zwischen 1967 und 1978 wurden bei IBM 116.000 Fragebogen von Mitarbeitern und Managern aller Hierarchieebenen ausgefüllt. Hofstede wertete diese Daten aus und zeigte, dass es nationale und regionale Kulturgruppen gibt, die das Verhalten von Managern prägen und großen Einfluss auf deren Organisation und Führung haben. Er verglich die Kultur mit einer Zwiebel mit ihren verschiedenen Schichten und Schalen. Werte, die einer Kultur zugrunde liegen, bleiben nach Hofstedes Vorstellung weitgehend unsichtbar und unbewusst.

Was ist mit Unternehmenskultur gemeint?

Die Unternehmenskultur beschreibt Werte, Normen und Einstellungen im Unternehmen. Diese prägen die Entscheidungen, Handlungen und Verhalten der Mitglieder einer Organisation. Dazu zählt auch wie ein Unternehmen seine Hierarchie gestaltet sowie die Wirkung der einzelnen Geschäftsebenen untereinander bzw. mit dem Kunden.

Auch wenn Unternehmenskultur ein weicher und schwer fassbarer Faktor ist, sind die Auswirkungen im gesamten Unternehmen zu erkennen. Die Firmenkultur drückt sich oft in Werte und Normen wie zum Beispiel Fairness, Arbeitsmoral, Vertrauen, Offenheit für Kritik, Leistungsorientierung und Loyalität aus. Die Unternehmenskultur prägt also die Entscheidungen und das Verhalten aller Mitarbeiter und somit auch alle Beziehungen. Sowohl die Beziehungen untereinander, als auch die zu Kunden/innen oder Lieferanten/innen. Diese Dinge beeinflussen maßgeblich, wie das Unternehmen funktioniert, welche (Team-) Strukturen sich bilden und die Art und Weise, wie Mitarbeiter miteinander kommunizieren und zusammenarbeiten. Mit der Unternehmenskultur zusammenhängend sind auch die Rahmenbedingungen und Benefits, die Mitarbeiter in einer Firma vorfinden und genießen können. Ganz praktisch findet die Unternehmenskultur also z.B. Ausdruck in Formen der Begrüßung und Verabschiedung, dem Dress-Code, den Arbeitsbedingungen, dem Umgang mit Fehlern, Riten, Mottos, Slogans sowie Tabus.

Das Eisbergmodell

Die Eisberg-Theorie von Edward T. Hall teilt Kultur in einen sichtbaren und einen unsichtbaren Teil auf: wie bei einem Eisberg sind die sichtbaren Erscheinungen der Unternehmenskultur oder Firmenkultur nur ein kleiner Teil des Ganzen, also nur die „Spitze des Eisbergs“. Der Großteil und gleichzeitig die Basis für den ersichtlichen Teil ist hingegen unsichtbar. Für die Organisationsmitglieder sind diese unsichtbaren Faktoren selbstverständlich und verinnerlicht.

Sichtbare Erscheinungen, also „die Spitze des Eisberges“:

  • Leitbilder und Philosophien
  • Strategien und Zielsetzungen
  • Reputation des Unternehmens
  • Das Gebäude und das Auftreten der Mitarbeiter

Unsichtbare Kulturelemente, also das Fundament:

  • Im Unternehmen geteilte Werte
  • Verdeckte Regeln, Gefühle und Gedanken
  • Beziehungen der Mitarbeiter untereinander

In einem sind sich jedenfalls die meisten Experten einig: Unternehmenskultur hat maßgeblichen Einfluss auf den langfristigen Erfolg von Unternehmen. Klar ist, dass wenn sich alle im Unternehmen wohl fühlen, ausreichend Wertschätzung für Ihre Arbeit erhalten und sich mit den Werten und Normen des Unternehmens identifizieren, werden sie nicht darüber nachdenken das Unternehmen zu verlassen. Sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit das Gefühl haben, gesehen zu werden und engagierter und motivierter agieren. Dies trifft selbstverständlich auch auf die Führungskräfte eines Unternehmens zu!

Folgende Effekte kann eine positive Unternehmenskultur haben:

  • Senkung des Krankenstandes
  • Verbessertes Image gegenüber potenziellen Bewerbenden
  • Höhere Leistungsbereitschaft der Beschäftigten
  • Konstruktive Kommunikation und Konfliktbewältigung
  • Mitwirkungsbereitschaft der Beschäftigten an Veränderungsprozessen
  • Erhöhte Bindung der Leistungsträgerinnen und Leistungsträger an das Unternehmen

In der Unternehmenskultur sind also wichtige Aspekte für die allgemeine Arbeitszufriedenheit oder die generelle Leistungsbereitschaft der Mitarbeitenden verankert. Eine aktive Gestaltung der Unternehmenskultur wird einen messbar positiven Beitrag zu deinem unternehmerischen Erfolg leisten.

Die Lösung: Leiste auch du einen positiven Beitrag zur Unternehmenskultur mit Hilfe unserer Lob-Boxen.

 

Nötige strukturelle Veränderungen bei heutiger Unternehmenskultur

Im Zeitalter der digitalen Transformation erleben viele Unternehmen einen Wandel, der auch vor ihrer Unternehmenskultur nicht anhält. Mitarbeiter – insbesondere die Generation Y und zukünftig auch Z – fordern Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen ein. Dazu zählen Selbständigkeit, Freiheit und Teilhabe an der Gemeinschaft, flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit des Home-Offices und insgesamt ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Leben und Arbeiten.

Unser Angebot: Schau mal in unseren Shop – so kannst du einfach und schnell die Kultur in deinem Unternehmen verbessern.

 

Wer kann wie Einfluss auf die Unternehmenskultur nehmen?

Es sind eben die Führungskräfte, welche einen entscheidenden Einfluss auf die Unternehmenskultur besitzen. Sie haben eine Vorbildfunkton und kristallisieren mit ihrem Verhalten Werte und Einstellungen heraus. Des Weiteren üben Führungskräfte in deren Position direkten Einfluss auf die Motivation und das Verhalten der Mitarbeiter aus. Dementsprechend zentral ist die Rolle von Führungskräften bei der Gestaltung und dem Vorleben von Werten, Verhaltensweisen und Normen.

Dies zeigt sich besonders gut in der Kienbaum-Studie Unternehmenskultur 2011 – Rolle und Bedeutung. Bei 75%der befragten Unternehmen existieren Führungsleitlinien. Führungskräfteauswahl und Führungskräfteentwicklung werden mit 71 bzw. 65% am intensivsten mit der Unternehmenskultur abgestimmt.

Hier haben wir einen Tipp für dich als Führungskraft: Wie wäre es mit unseren „Chef für dich“ Lob-Boxen?

 

Kulturwandel – Was ist zu tun?

Die Unternehmenskultur ist kein starres System, oft kann sie nur langsam verändert werden. Hier findest Du ein interessantes Video dazu:

Auslöser für Veränderungen der Unternehmenskultur

Die Mehrheit deutscher Unternehmen ordnet sich gegenwärtig selbst im Prozess eines Kulturwandels ein. Für einen Wandel der Unternehmenskultur gibt es verschiedene Auslöser. Unternehmen sehen verschiedensten Trends wie dem demografischem Wandel, der Digitalisierung, Globalisierung und dem Wertewandel entgegen. Aber auch organisationsinterne Faktoren können Gründe für Veränderung sein. Somit ergeben sich teils gewollte, teils erzwungene Veränderungen im Unternehmen, welche Unternehmen zu kleinen oder auch größeren Änderungen der Unternehmenskultur bewegen.

Unternehmenskultur

Wir begleiten euch gerne auf dem Weg zu einer Veränderung oder auch dem möglicherweise auch etwas längeren Prozesses des Kulturwandels: Die Lob-Boxen Abonnements sind ein einfaches Tool. Ihr werdet sehen, wie Wertschätzung und Lob einen maßgeblichen Einfluss auf die positive Veränderung der Kultur in eurem Unternehmen haben.